Buch der Stunde

Lexikon | Matthias Dusini | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

Ein kleines Mädchen im Skikurs, das sich in die Hose macht. Eine falsche Abzweigung bei der Abfahrt, ein Unfall. Alice wird diesen Tag nie vergessen, denn eines ihrer Beine bleibt lahm. Die Seele wurde ihre bereits vom autoritären Vater gebrochen. Paolo Giordano erzählt die Liebesgeschichte zwischen Alice und dem gleichaltrigen Mattia, der vom Tod seines Bruders traumatisiert ist. Zwei Versehrte tasten sich da zueinander vor, verstümmelt und beeinträchtigt durch zerschnittene Unterarme und Magersucht.

Der studierte Physiker Giordano, Jg. 1982, ist der Jungstar der italienischen Literatur. Sein Romandebüt „Die Einsamkeit der Primzahlen“ erschien 2008 und wurde zum Bestseller, das dem Autor auch den Premio Strega, den wichtigsten Literaturpreis Italiens, bescherte. Primzahlen dienen ihm als Metapher für die Fremdheit zwischen den Protagonisten. „Mattia hatte gelernt, dass es Paare von Primzahlen gab, zwischen denen immer eine gerade Zahl stand, die verhinderte, dass sie sich berühren.“


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