Warum die Linke in der Krise versagt

Falter & Meinung | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

Warum die Linke in der Krise versagt

Kommentar: Markus Marterbauer

Der Staat muss in höchster Not einmal mehr als Arzt ans Krankenbett des Finanzkapitalismus eilen, um das System vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Mit tausenden Milliarden Euro werden weltweit Banken gerettet und die Wirtschaft vor einem Einbruch in den Dimensionen der 1930er-Jahre geschützt.

In dieser Situation spricht eigentlich alles für eine Trendwende von der rechten, neoliberalen Wirtschaftspolitik, die von Beginn der 1980er-Jahre bis zuletzt dominierte, zu einem linken, die Märkte stärker regulierenden Politikansatz. Wirtschaftshistoriker wie der Keynes-Biograf Robert Skidelsky erwarten deshalb eine Rückkehr zum sozialdemokratischen Projekt. Durch strenge Regulierungen würden das hypertrophe Finanzsystem und der Bankensektor verkleinert und auf ihre Rolle als Diener für Unternehmen und Haushalte zurückgeführt.

Der Zusammenbruch der privaten Pensionsvorsorge würde die öffentlichen Pensionssysteme stärken.


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