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Politik | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

Wieso moderieren Sie einen FPÖ-Termin, Herr Resetarits?

Es geht um ein heikles Thema: den Unmut der Bevölkerung mit Islamzentren in Wien-Favoriten. Die FPÖ will sich das Thema wie schon Wochen zuvor in der Brigittenau auf die Fahnen heften. Doch ORF-Moderator Peter Resetarits scheint zu zeigen, dass man den Konflikt mit „Sachlösungen“ entschärfen kann.

Wie kommt es, dass Sie eine Bürgerversammlung zum Thema „Beschwerden über islamische Zentren“ moderierten?

Ich habe schon einmal eine ähnliche Veranstaltung moderiert. Deshalb kam die SP-Bezirksvorsteherin mit der Bitte auf mich zu, das zu machen.

Haben Sie nicht befürchtet, dass Sie von der FPÖ instrumentalisiert werden?

Eigentlich erst im Nachhinein. Ich habe dann mit meinen Kollegen darüber diskutiert und bin zu dem Schluss gekommen: Ich habe etwas Sinnvolles gemacht, weil das durchaus zivilisiert über die Bühne gegangen ist und ich da gut vermitteln konnte.

Es gab keine ausländerfeindliche Hetze?

Am Ende wurde es ein bisserl grundsätzlicher. Aber im Großen und Ganzen verlief das sehr moderat. Thema waren Öffnungszeiten und Lärmpegel, und die meisten waren um Sachlösungen bemüht.

Geht es bei diesen Veranstaltungen um Ausländerfeindlichkeit oder einfach um diffuse Ängste in der Bevölkerung?

Es wird schon auch ausländerfeindliche Leute im Publikum gegeben haben. Die haben sich aber zurückgehalten. Viele können ganz einfach nachts nicht schlafen, weil es zu laut auf der Straße ist. Diese Beschwerden sollte man auf jeden Fall ernst nehmen.

Wo sehen Sie die Politik gefordert?

Wichtig ist einfach, dass sich jemand der Themen annimmt oder einen runden Tisch veranstaltet. So können früh Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden. Mich hat aber überrascht, dass vonseiten der SPÖ relativ wenig Inhaltliches gekommen ist. Im Gegensatz dazu haben die Betreiber der islamischen Zentren von sich aus angekündigt, auf die Beschwerden eingehen zu wollen.

Interview: Martin Gantner


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