„Mit Verlust ist zu rechnen“

Politik | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

Migration ist eine Bereicherung für alle? Das ist wirklichkeitsfremd, sagt der Soziologe Paul Scheffer

Interview: Isolde Charim

Wie tolerant muss die Linke sein? Wie muss sie Integrationsprobleme anpacken, ohne der Rhetorik der Rechten auf den Leim zu gehen? Der niederländische Soziologe Paul Scheffer hat mit seinen provokanten Thesen über das Ende des Multikulturalismus heftige Debatten ausgelöst. Zuletzt mit seinem neuesten Buch „Die Eingewanderten. Toleranz in einer grenzenlosen Welt“. Am 29. September stellt er seine Thesen in Wien vor.

Falter: Bald stehen Wahlen in Wien an. Viele Linke rätseln, wie sie mit Problemen der Migration umgehen können, ohne nach rechts zu rücken.

Paul Scheffer: Zunächst muss man sich von der wirklichkeitsfremden These, Migration sei eine Bereicherung für alle, verabschieden. Für viele ist Migration zunächst einmal ein Verlust. Migranten verlieren eine vertraute Welt. Die Mehrheitsgesellschaft fühlt sich oft in ihrem Stadtviertel nicht mehr zuhause.


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