Das Prinzip Hohenems: Der Lohn der Provokation

Politik | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

Die Freiheitlichen gewinnen nun auch mit Antisemitismus. Der Wiener Wahlkampf wird wohl noch schmutziger als erwartet

Analyse: Julia Ortner

Eine Burgruine, ein Krankenhaus, eine Kirche, 15.000 Einwohner. Bis zum 22. August 2009 war Hohenems nur ein properes Städtchen wie andere Vorarlberger Gemeinden auch. Dann kam FPÖ-Chef Dieter Egger und schimpfte den Direktor des ortsansässigen Jüdischen Museums einen „Exil-Juden aus Amerika“, der sich nicht in die hiesige Politik einmischen sollte. Egger wählte seine Heimatstadt nicht von ungefähr für die Attacke beim Wahlkampfauftakt der Ländle-Blauen: Hohenems war bis zum 19. Jahrhundert Wohnsitz einer starken jüdischen Gemeinde. Auch ÖVP-Landeschef Herbert Sausgruber begab sich daher ganz bewusst an den symbolischen Ort, um dort zu betonen: Mit dieser FPÖ wolle er „sicher nicht“ mehr in der Regierung sitzen.

Die Hohenemser Provokation hat den Blauen jetzt nicht nur in der Stadt selbst das sehr gute Ergebnis von knapp 37 Prozent der


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