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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

* Vorsicht, Schwule! Auf Facebook könntet ihr bald zwangsgeoutet werden. Aber nicht von plauderanten Bekannten, sondern von einem Computerprogramm. Zwei Studenten des Massachusetts Institute of Technology haben eine Software geschrieben, genannt Gaydar. Damit könne man Schwule auf Facebook identifizieren, behaupten sie. Ihr Programm durchleuchtet den virtuellen Bekanntenkreis. Wer besonders viele Homofreunde hat, bei dem ertönt der Tuntenalarm. Das wirft ethische Fragen auf: Ist es in Ordnung, die sexuelle Orientierung anderer zu berechnen? Und welche Geheimnisse ließen sich noch lüften? Das Problem ist, dass Gaydar den Usern die Entscheidungsfreiheit nimmt. Bisher konnte jeder selbst bestimmen, was er bekanntgibt. Nun rechnet Software nach. Klingt nach dem gläsernen Menschen. Ganz so schlimm ist es aber nicht: Die Treffsicherheit ist nicht erwiesen, Lesben und Bisexuelle tauchen am Gaydar nicht auf. Zum Glück sind wir Menschen doch nicht so leicht in Nullen und Einsen berechenbar.


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