Auf der Suche nach einem verlorenen Stadtteil

Feuilleton | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

Das Stuwerviertel im 2. Bezirk als Performancezone: Das Projekt „X Wohnungen“ eröffnet buchstäblich neue Räume

Reportage: Wolfgang Kralicek

Als die Künstler die Zimmer-Küche-Wohnung in der Feuerbachstraße betraten, war es, als hätte der Bewohner sie gerade erst verlassen. Vor dem Bett steckten noch die Socken in den Schuhen, auf dem Tisch lag ein Ausweis. Tatsächlich war der Mieter, ein Pole, schon vor acht Jahren spurlos verschwunden.

Die österreichische Künstlergruppe tat ort verlegt das verlassene Wohnzimmer in die leere Wohnung nebenan, wo es zur begehbaren Installation wird. Ihr Beitrag ist eine von 14 Arbeiten, die im Rahmen des Projekts „X Wohnungen“ im Stuwerviertel (24. bis 27.9.) gezeigt werden. Das Format wurde 2002 für das Festival Theater der Welt in Duisburg entwickelt und inzwischen auch in Berlin, Caracas, Istanbul und São Paulo realisiert.

In Privatwohnungen, aber auch in einem Zimmer des Ute-Bock-Hauses für Flüchtlinge oder in einer Souterrain-Gospelkirche

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