Kant als Virtuose der hysterischen Vernunft

Feuilleton | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

Claus Peymanns gelehriger Schüler: Matthias Hartmann inszeniert Thomas Bernhards „Immanuel Kant“ an der Burg

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Manches am neuen Burgtheaterdirektor erinnert an einen alten. Wie Claus Peymann ist auch Matthias Hartmann ein Selbstdarsteller, der sein Licht nicht unter den Scheffel stellt. Wie Peymann beglückt auch Hartmann das Wiener Publikum in seiner ersten Saison mit einer Best-of-Auswahl seines bisherigen Schaffens. Fünf Inszenierungen – genauso viele wie seinerzeit Peymann – hat er mitgebracht. Die jüngste davon steht jetzt auf dem Spielplan: Thomas Bernhards „Immanuel Kant“ (1979) in einer Inszenierung, die Anfang des Jahres in Zürich Premiere hatte.

„Immanuel Kant“ ist eines von zwei Bernhard-Dramen, die in Österreich bisher nicht aufgeführt wurden (jetzt fehlt nur noch „Minetti“), und variiert eine Bernhard-Standardsituation: Ein wahnsinniger Philosoph terrorisiert seine Umwelt. Der Unterschied ist, dass wir es mit einer historischen


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