Lass den Hass, gesteh dir ein: Es muss Liebe sein!

Feuilleton | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

„Heavy“, das Solodebüt von Jochen Distelmeyer, vereinigt harten Rock und Schmusepop, als wäre das ganz selbstverständlich

Würdigung: Gerhard Stöger

Ein brennender Molotowcocktail fliegt in Zeitlupe durch die Luft und zerbirst an einer Betonmauer, in einer Tiefgarage stürmen zwei Jugendbanden aufeinander zu. Abseits steht ein streng gescheitelter Herr; der Anzug ist weiß, das Hemd schwarz, sein Blick stechend. „Wohin mit dem Hass?“, singt er, „wohin mit dem Hass?“

Doch anders als beim Wurfgeschoß bleibt die Explosion der Körper aus. Die Konfrontation gleicht einem Tanz; für dieses Musikvideo wurde, so scheint’s, die aggressive Publikumschoreografie eines Punkkonzerts aus dem gewohnten Rahmen gelöst. Das ist seltsam, aber wirkungsvoll – und passt auch bestens zur Musik.

„Wohin mit dem Hass“ ist der Song, mit dem sich Jochen Distelmeyer diesen Sommer zurückgemeldet hat, zwei Jahre nach Auflösung seiner Band Blumfeld. Er rockt breitbeinig und voll gepflegter Räudigkeit


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