„Wie erholt man sich von so etwas?“

Feuilleton | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

Der Ire Colum McCann hat mit „Die große Welt“ einen temporeichen 9/11-Roman geschrieben und eine Hommage an New York verfasst. Dieser Tage liest er in Wien

Interview: Sebastian Fasthuber

Am Morgen des 7. August 1974 spannte Philippe Petit ein Seil zwischen den Twin Towers und spazierte mehrmals hin und her. Mit diesem Bild beginnt „Die große Welt“, der neue Roman des in New York lebenden Iren Colum McCann, dem mit seinem Nurejew-Roman „Der Tänzer“ (2003) der Durchbruch gelang. Der Falter traf ihn vergangenes Wochenende in Berlin.

Falter: Hand aufs Herz: Wollten Sie ursprünglich wirklich einen Roman über 9/11 schreiben?

Colum McCann: Absolut. Letztlich habe ich „Die große Welt“ nur wegen 9/11 geschrieben. Mir ging es um den Gegensatz zwischen dem Seiltanz als schöpferischem Akt und den Anschlägen als Akt der Zerstörung. Ich wollte die Spannung zwischen diesen beiden Polen ausloten. Das war meine Idee, kurz nach den Anschlägen. Dann hat es ein wenig gedauert, bis ich


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