Miniaturen des Größenwahns

Feuilleton | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

Bernd Oppl und Björn Kämmerer zeigen, wie man Actionkino ohne Film macht

Doppelporträt: Matthias Dusini

Ein ganz Großer wollte er sein, einer, dessen Ego anschwillt bis unter die Decke. So präsentierte sich der Tiroler Künstler Bernd Oppl, Jahrgang 1980, bei seiner Abschlussarbeit an der Kunstuniversität Linz. Der für die narzisstische Blähung gewählte Maßstab entsprach freilich den realen Produktionsbedingungen eines Studenten. Er baute die Turbinenhalle des Londoner Tate Modern Museum in Miniaturform nach und legte einen mit seinem Porträt bedruckten Miniluftballon hinein, der maschinell aufgeblasen wird. Nach wenigen Minuten fällt er dann in sich zusammen. Und schwillt wieder an.

„Solche Institutionen machen dich groß. Rasch bist du aber auch wieder weg vom Fenster“, beschreibt Oppl seinen Blick auf die beruflichen Aussichten. Er gehört zu jener Generation von Künstlern, die mit megalomanen Museumsinszenierungen und Spekulationsblasen groß geworden sind und erst ein


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