Nüchtern betrachtet

Früher waren die Friseure viel frecher

Feuilleton | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

An sich bin ich ja dagegen, mit jedem Schub in der Kommunikationstechnologie die Neugründung der Menschheit auszurufen. Aber wenn man davon lebt, muss man das natürlich machen, so wie auch der diskursive Begleittrupp diverser Künste (ja, genau: Typen wie ich) immer ein bisschen so tun muss, als wär Wunder was los in einer vor Innovation brummenden Branche. Dass dem nicht so ist, wissen eh alle, weswegen dann auch jeder hin und wieder das Gegenteil behauptet: Alles ein müder Abklatsch des Zeugs aus besseren Zeiten, als Kunst noch was riskiert hat! So was würde ich gerne mal über Elektriker oder Friseure lesen: Heute angepasste Dienstleister, die sich duckmäuserisch dem Willen der Kundschaft beugen, aber damals, in den 60ern, da waren das noch wilde Hunde! Da konnte man nicht einfach hergehen und sagen: „Verlegen Sie doch eine Leitung unter Putz, ich brauch dort eine Wandlampe“ oder


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