Was fährt denn da?

Mobilitätskolumne

Stadtleben | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

Endlich: Geschlechterkampf ist obsolet!

Bericht: Matthias G. Bernold

Was wir in Kindertagen lernen, brennt sich in unser Gedächtnis wie heißer Gummi auf harten Asphalt. Gut kann ich mich an Familienausflüge mit dem Auto erinnern. Ich saß hinten und sekkierte meine Schwester. Auf dem Beifahrersitz saß Mama mit der Straßenkarte, die sie hektisch wendete und drehte. Hinter dem Steuer saß mein Vater und schrie.

Damals begriff ich, dass es sich bei Autofahrten um intersexuelle Extremsituationen handelt. Ich lernte, dass sich Männer häufig verfahren und dass ihre Frauen daran Schuld tragen. Einmal, als Papa wieder besonders zornig war, wurde es Mama zu blöd: Sie schmiss die Straßenkarte aus dem Fenster. Ich blickte dem Papier durch die Heckscheibe nach, wie es über die Autobahn flatterte und schließlich hinter einer Schallschutzmauer verschwand.

Emanzipatorische Befreiungsschläge wie dieser sind heute glücklicherweise obsolet. Die Technologie hat den Geschlechterkampf in den Cockpits


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