Tipps Pop

Ein Ritter von gar nicht so trauriger Gestalt

Lexikon | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Außenseitertum war noch nie die schlechteste Voraussetzung fürs Entstehen interessanter Popmusik. Der gebürtige Ire Patrick Wolf ist dafür ein gutes Beispiel: Seine melodramatisches Debüt „Lycanthropy“ enthielt Songs, die zwischen Wolfs elftem (!) und 18. Lebensjahr entstanden sind; sie präsentierten ihn als mittelalterlichen Troubadour, der durch ein Zeitfenster ins 21. Jahrhundert gepurzelt war. Seitdem kombiniert der leidenschaftliche Exzentriker Folk erfolgreich mit Elektronik, Beats mit schmachtendem Pop und Zeitgenössisches mit historischen Expeditionen – und gilt mittlerweile als Marc Almond der Nullerjahre. Als Multiinstrumentalist spielt Wolf u.a. Akkordeon, Violine, Ukulele, Klavier, Spinett und gelegentlich auch eine konventionelle akustische Gitarre; gesanglich bewegt er sich hingebungsvoll zwischen Theatralik und Intensität. Nach Wien führt ihn sein neues Album „The Bachelor“, mit dem er eindeutig eher kuscheln als verstören möchte. GS

Wuk, Mo 20.00


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