Noch im Kino

„Das weiße Band“ Idee, Buch, Regie: Haneke

Lexikon | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Auf der Suche nach den Wurzeln gesellschaftlicher Repression und Gewalt ist Michael Haneke diesmal in einem norddeutschen Dorf am Vorabend des Großen Kriegs fündig geworden. Ein alter Mann, der einmal Lehrer war und jung, erinnert sich an eine Serie mysteriöser Unfälle, die sich dort 1913/14 zugetragen haben, und unter deren Eindruck das seit Jahrhunderten tradierte Gemeinwesen schließlich zerbröselt ist. Wie, das zeigt der Film anhand der Kinder und der Autoritätspersonen der protestantischen Ortschaft: am Beispiel des Pfarrers (Burghart Klaußner), des Doktors (Rainer Bock), des Herrn Baron (Ulrich Tukur). „Das weiße Band“, gedreht in blendendem Schwarzweiß und von einem hervorragenden Ensemble getragen, ist ein großer Wurf und allzu seltener Glücksfall im europäischen Kino dieser Tage. MO

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