Kommentar

Schluss mit der Wurschtelei: Zahlen, bitte! Aber schnell!

Gleichbehandlung

Falter & Meinung | Sibylle Hamann | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Wenn Sie grad im Büro sitzen – schauen Sie sich um. Schauen Sie, wer bei Ihnen im Zimmer sitzt, mit welcher Job-Description, welcher Qualifikation, welchem Dienstrang. Solange Sie nicht extrem frustriert sind oder extrem misstrauisch, werden Sie wohl stillschweigend davon ausgehen, dass bei der Bezahlung alles mit rechten Dingen zugeht. Dass der Kollege oder die Kollegin, der oder die etwas Ähnliches macht wie Sie, ähnlich viel dafür bezahlt bekommt.

Aber mit hoher Wahrscheinlichkeit irren Sie sich. Sind Sie ein Mann, verdienen Sie, statistisch gesehen, pro Stunde zwischen 15 und 25 Prozent mehr als die Frau, die Ihnen gleichrangig gegenübersitzt. Sind Sie eine Frau, verdienen Sie zwischen 15 und 25 Prozent weniger.

Das Problem an dieser Schieflage ist: Sie fällt niemandem auf, weil alle Beteiligten subjektive Maßstäbe für faire Bezahlung haben. Frau X, die in der Firma Pipifax 1800 Euro verdient, vergleicht sich im Geiste mit ihren ehemaligen Schulkolleginnen, die Kindergärtnerinnen


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