Einsam lächelt der Kanzler

Politik | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Die SPÖ leidet an inhaltlicher und ideologischer Schwäche. Obwohl es in der Partei genug Ideen gäbe

Bericht: Julia Ortner

Drei Stockwerke, drei Welten. Die Parteizentrale der SPÖ in der Löwelstraße ist ein Symbol für den Zustand der heimischen Sozialdemokratie. Der erste Stock ist das Reich der mächtigen Wiener SPÖ. Im zweiten residiert Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter. Und im dritten sitzt seine Kollegin Laura Rudas samt Entourage. Alle schön getrennt, jeder für sich. Die Löwelstraße 18, das rote Haus im ersten Bezirk, war seit 1945 Synonym für die Einigkeit der linken Reichshälfte. In den Büros mit Blick aufs Rathaus erinnert vieles an die alte Zeit, als man noch gemeinsam stark war. Heute trifft man sich hier hauptsächlich im Stiegenhaus mit dem grauen Linoleumboden. Jeder spielt sein eigenes Spiel.

Und jeder spielt gegen jeden. Die Geschäftsführer Rudas und Kräuter verstehen einander nicht, erzählen ihre Kollegen aus dem Haus. Rudas, Spross aus SPÖ-Adel,


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