Wo die Augen der Genossen glühen

Politik | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Die Voest will nicht mehr politisch sein. Was die SPÖ von der ehemals verstaatlichten Industrie lernen kann

Werksbesuch: Martin Gantner

Die Strapazen des Tages sind Hans-Karl Schaller deutlich anzusehen. Er steht an diesem Sonntag inmitten verzweifelter SPÖ-Funktionäre im alten Linzer Rathaus. Gemeinsam ringen sie um Erklärungen. Sie spekulieren über eine noch ungewisse Zukunft, die für die Sozialdemokratische Partei immer mehr in der Vergangenheit zu liegen scheint. Die SPÖ durchlebt gerade eine ihrer schwersten Krisen (siehe S. 10) nach 1945. Schaller weiß das.

Eine solche Niederlage schien dort, wo er herkommt, bis zuletzt undenkbar. Schaller ist Voestler – seit 26 Jahren. Bei den Betriebsratswahlen im Vorjahr erreichte seine Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) noch astronomische Ergebnisse. Der ÖVP nahe stehende Arbeitnehmer spielten keine Rolle. Die Freiheitlichen (FA) bekamen nur zwei Mandate. Der Rest gehört den Roten.

Auch bei den Arbeiterkammerwahlen Anfang


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