Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Matthias G. Bernold | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Kampf gegen Mochovce: „Uns stellen sie so ein Werkl vor die Tür“

Umweltstadträtin Ulli Sima hat viel versucht: Sie fuhr nach Mochovce, um die zwei neuen Reaktorblöcke zu begutachten. Sie motivierte die Wiener dazu, Einsprüche im slowakischen Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren einzubringen. Sie lud am Freitag die AKW-Betreiber zum öffentlichen Hearing an die TU. Doch die Verantwortlichen des AKW, dessen Sicherheitsstandards als dürftig und dessen Technik als veraltet gelten, gaben wenig auf die Raunzer aus Wien. „Sie sind vielen Fragen ausgewichen“, sagt Sima. Dennoch seien die Bemühungen nicht zwecklos. „Was ist die Alternative? Stillhalten, damit die slowakische Regierung sagen kann, die Österreicher kümmert Mochovce nicht?“ Jetzt liege es an Umweltminister Niki Berlakovich, Italien und die italienische Eigentümergesellschaft unter Druck zu setzen. „Es kann nicht sein“, wundert sich die ehemalige Global-2000-Aktivistin, dass es in Italien ein AKW-Moratorium gibt, „und uns stellen sie so ein Werkl vor die Tür“.


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