Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Wolfgang Zwander | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Herr Bachleitner, warum plakatieren Sie auf Chinesisch?

Kennt Erfolg Grenzen? Nein! Zumindest liest man das zurzeit in ganz Wien auf Plakaten, die mit dem Claim „Erfolg kennt keine Grenzen“ auf die Schaffenskraft von Migranten hinweisen.

In der Öffentlichkeit wird oft übersehen, wie sehr der Wirtschaftsstandort Wien von den vielen Unternehmern mit Migrationshintergrund profitiert. Jeder dritte Einzelbetrieb wird von Menschen mit fremden Wurzeln betrieben.

Projektkoordinator Stefan Bachleitner, geschäftsführender Teilhaber der Kommunikationsagentur The Skills Group, möchte mit dem Spruch drei Botschaften vermitteln: Erstens soll die unternehmerische Leistung von Migranten an die Öffentlichkeit getragen werden, zweitens sollen junge Migranten dazu ermutigt werden, den Weg in die Selbstständigkeit zu suchen, und drittens soll der Wirtschaftsstandort Wien beworben werden.

Bachleitner und The Skills Group schufen die Kampagne gemeinsam mit der Designagentur Ultramarin und der Migrantenzeitung Biber, Auftraggeber waren die Wirtschaftskammer Wien und der Wirtschaftsförderungsfond der Stadt Wien.

Die Plakate gibt es insgesamt in neun verschiedensprachigen Variationen, die Ansage „Erfolg kennt keine Grenzen“ ist darauf entweder in Arabisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Bulgarisch, Chinesisch, Polnisch, Russisch, Slowakisch oder Türkisch zu lesen. Kleingedruckt findet sich darunter stets die deutsche Übersetzung.

„Die Mehrsprachigkeit soll signalisieren, dass die Stadt Wien dem Prozess der Globalisierung gewachsen ist und dass das vielfach migrantischen Unternehmern zu verdanken ist“, sagt Bachleitner. Denn die seien das Zugpferd für den Standort und Beweis für die Weltoffenheit Wiens.


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