Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Die Information ist unser Reich. Die Politikerdiskussion ist unser Geschäft – egal wie öd die zehnte Runde mit denselben saturierten Herren sein mag. Auf diesem gottgewollten System kann sich der ORF nicht mehr ausruhen. Spätestens beim vergangenen Nationalratswahlkampf haben die heimischen Privatsender gezeigt, dass sie ebenfalls eine Elefantenrunde zusammenkriegen. Das ist auch gar nicht so schwer, denn Politiker wollen immer ins Fernsehen. Jetzt versucht sich ATV mit einer Konkurrenz zum „Im Zentrum“ des Öffentlich-Rechtlichen. „Am Punkt“ (Mi, 21.50 Uhr) heißt die Sendung, in der die betont kühle ATV-Geheimwaffe Sylvia Saringer mit Politikern und Experten diskutiert. Das Publikum kann Fragen via Mail, Twitter oder Facebook beisteuern, ein Journalist analysiert dann das Ganze. Das Konzept wirkt zwar etwas überambitioniert und die manchmal zu aufgesetzt forsche Saringer ist nicht Ingrid Thurnher – aber erfrischend ist die Sendung doch. Schon alleine deshalb, weil hier alles ein bisschen weniger staatstragend daherkommt.


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