Diese Stiege soll ihnen die Schwellenangst nehmen

Feuilleton | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Am 1. Oktober öffnet das kulturelle Stadtlabor Palais Kabelwerk in Wien-Meidling seine Pforten für Anrainer und alle anderen

Reportage: Klaus Nüchtern

Die Bahntrasse im Rücken geht man einen schmalen Weg zwischen Bauzaun und Friedhof entlang, erreicht eine Piazza, auf der sich Hairstudio und Sushibude „hallo“ sagen, geht noch einmal ums Eck und gelangt durch einen Hof zu einem Gebäude, das sich mit sichtbarer Ironie „Palais Kabelwerk“ nennt. Die steile Außentreppe, die zu einer Terrasse führt (erreichbar auch mit dem behindertengerechten Aufzug), soll paradoxerweise einen niederschwelligen Zugang zur Kultur symbolisieren.

Hier, zwischen Nordaltmannsdorf und Untermeidling, wo 100 Jahre lang Kabel hergestellt wurden, will man vor allem die Bewohner der umliegenden Neubauten und Stadtgebiete mit „bevölkerungsnaher“ Kultur versorgen. Von den drei mit Dusche, Koch- und Schlafnische sowie Wienerwaldblick ausgestatteten Artists-in-Residence-Wohnungen hat man denn auch nicht mehr

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