Wiederbegegnung mit den Beatles, Teil 3: John macht die meisten Punkte und das meiste aus den Drogen

Feuilleton | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Enthusiasmus-Serie: Klaus Nüchtern

Als Identifikationsfigur kam im Grunde kein anderer infrage: Paul? Eigentlich ein Mädchen. George? Ein bisschen verhuscht. Ringo? Ein fröhlicher Simpel. John hingegen hatte alles: Yin und Yang, balls and brains, peacenik credibility und macho power. Nach der frühen Scheidung der Eltern verschwand der Vater schnell aus Johns Leben, die Mutter, deren Andenken er später eines seiner anrührendsten Lieder widmen sollte („Julia“), überließ ihn daraufhin ihrer Schwester. Am Unfalltod der Mutter aber trug John, der zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt war, sein Leben lang (Paul McCartney verlor die seinige übrigens mit 16).

John war ein Zerrissener (kommt in der Kunst immer gut!), der seine Liebe verstecken und seine Unsicherheit hinter einer Fassade des Sarkasmus verbergen musste; der die coolen Sprüche parat hatte und das betuchte Publikum aufforderte, zu „Twist and Shout“ doch einfach mit den Juwelen zu klimpern oder in einem legendären Interview


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