Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Lasst uns unser Grätzel hipper machen

Namen sind Schall und Rauch, wir wissen’s eh. Aber wie man hört (wenn man nur aufmerksam durch die angesagten Gegenden der Stadt flaniert), reden sich die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Grätzel schön. So heißt die Ottakringer Grundsteingasse längst G-Stone-Gasse – und erinnert damit an das Wien von Kruder und Dorfmeister und deren cooles Plattenlabel G-Stone. Niemand sagt offenbar noch Mariahilf, alle sagen „Mahü“ – klingt das nicht hübsch nach Ponyhof? Der Yppenplatz heißt „Yppe“, was ja fast schon so was wie (Berlin-)Mitte ist. Die Menschen in Wien-Fünfhaus nennen ihr Viertel „Gimme Five“, das noble Döbling heißt jetzt noch eleganter „Nöbling“, Floridsdorf wird „Florida“, Margareten steckt sich eine Blume ans Knopfloch, und aus der Wieden wird ein ziemlich bekifftes „Weeden“. Nein, wir haben nichts genommen, aber danke der Nachfrage. Wir plaudern nur nach, was man so hört. Beim ersten Bezirk tun sich die kreativen Menschen allerdings eher schwer. Stenzel Washington? Da geht noch was!


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