Auf Quarzsand gebaut

Stadtleben | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Seit sechs Generationen gibt es das Glashaus Lobmeyr. Avantgardedesign spielt immer noch die Hauptrolle

Porträt: Iris Meder

Gott sei Dank – der Vorführeffekt bleibt aus, die Gläser bleiben heil, wenn Johannes, Leonid und Andreas Rath hauchdünne Weinkelche gegeneinanderschlagen, auf die Tischplatte fallen lassen und sogar die Stiele zur Seite biegen. Es stimmt wohl: je zarter das Musselinglas, desto elastischer und daher stabiler. Später werden dünnwandige Schälchen kurzerhand als Aschenbecher zweckentfremdet. Berührungsängste sind den jungen Lobmeyr-Chefs fremd.

Der großen Tradition des Hauses, dessen illustre Kundenliste von Bayerns König Ludwig II. über Mao Tse-tung bis zu Inspector Columbo reicht, stehen die drei Cousins aus Generation sechs des Familienbetriebs entspannt gegenüber. Die Gefahr, sich von den Meilensteinen der Unternehmensgeschichte, in der Namen wie Adolf Loos und Josef Hoffmann zentrale Rollen spielen, erdrücken zu lassen, scheint nicht gegeben. Und wenn


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