Abgedröhn auf die deutschen Meister

Steiermark | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Alexander Schulin regierte Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ zur Saisoneröffnung der Grazer Oper. Genau: regierte

Opernkritik: Herbert Schranz

Einem Kreis von deutschen Meistersingern, die in Richard Wagners Oper (1868) um die Hand einer Frau singen, kann man mit einigem Grund Paul Celans jüngere „Meister aus Deutschland“ (Todesfuge, 1945/48) gegenüberstellen, die millionenfachen Tod zu verantworten haben. Der deutsche Regisseur Alexander Schulin suggeriert jedenfalls am Ende seiner Inszenierung von Wagners „Meistersingern“ zum Grazer Saisonstart unter neuer Intendanz einen möglichen Übergang vom hochverehrten komponierenden Meister (Hans Sachs) zum wahnsinnigen „Meister“ einer Vernichtungspolitik. Sachs bleibt bei Schulin im Gegensatz zu Wagner zuletzt vereinsamt. Und sein heldenhafter Verzicht auf Eva – zu Gunsten Stolzings – wirkt schon in der Szene nicht ganz bewältigt, wenn er mit Sesseln und Tischen wirft. Keineswegs aber mehr, wenn er am Opernende, allein


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