Warum ist die Kunst so verdammt keusch?

Steiermark | aus FALTER 40/09 vom 30.09.2009

Steirischer herbst, die erste Woche: Es ist gar nicht so leicht, die richtige Lautstärke zu finden. Schon gar nicht im Freien

Tagebuch: Thomas Wolkinger

Der Donnerstag. Immer dann, wenn der Herbst, diese ranzige Melancholiemaschine, das Land in Richtung Winter reißt, muss der herbst ran, um das Schlimmste zu verhindern. Dabei ist der steirische herbst, das Festival mit den Kleinbuchstaben, ja selbst ganz schön zerrissen: Weil es zeitgenössisch sein muss, zugleich der Tradition verpflichtet, weil es in Kunstdiskursen aller Sparten und an den Theaterkassen bestehen muss, weil es lokal produzieren und international ausstrahlen soll. Unmöglich!

Das Unmöglichste: die Eröffnung. An einem Abend muss da dem Bürgertum, das später das Kunstprogramm nur mehr am Rande streifen wird, Sinn und Streben des Festivals verdeutlicht werden. Dazu möglichst noch die eigene Relevanz. Und satt und lustig sollen auch alle werden. Und weil das keine einfache Aufgabe ist, waren herbst-Eröffnungen in der


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige