Buch der Stunde

Thomas Askan Vierich | Lexikon | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Dieser Roman mäandert wie ein träger, schmutziger Fluss und handelt von einem jungen Mann, der inmitten des bunten, prallen, duftenden, oft auch stinkenden Lebens in Delhi sich selbst verlorengeht. Den Wendepunkt seiner Reise zu sich selbst erreicht John, als er eine Durchfallattacke auf der „Toilette“ eines Lokals bekämpft. Die Stammgäste warnen ihn lautstark vor dem Betreten dieses Unorts, dort müsse erst „renoviert“ werden. John beißt die Zähne zusammen und entleert sich in dem stockdunklen Raum. Wenig später findet John seine Mutter nackt und tot in den Armen eines schmächtigen Burschen.

Ursprünglich hatte ihn die Beerdigung seines Vaters, eines genialen Anthropologen, nach Delhi geführt. Worüber sein Vater geforscht hat (irgendwie ging es um Kommunikation – und die Zukunft der Menschheit), versteht John ebenso wenig wie den kryptischen Brief über Flüsse und Meere, den der Vater ihm hinterlassen hat. Dann taucht eine schöne und sehr junge Inderin auf und lässt

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