Kommentar

Macondo: über die fatale Konsequenz politischer Unkenntnis

Flüchtlinge

Joseph Gepp | Falter & Meinung | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Ausländer in Österreich, das sind a) abzuschiebende Kriminelle (sagen Rechte) oder b) zarte und zerbrechliche Wesen, die aus exotischen Gefilden kommen und unsere aufopfernde Hilfe brauchen (sagen Linke).

Ausländer in Österreich, das sind alles außer selbstbestimmte Subjekte. Alles außer mündige Menschen, die Staat und Gesellschaft nützen (oder schaden) können. Kein Wunder, dass in einem solchen Staat Integrationspolitik nicht funktionieren kann. Könnte man meinen.

Und doch funktioniert sie. Zumindest streckenweise. Sie funktioniert dort, wo Ausländerpolitik noch mehr ist als nur Sicherheitspolitik. Zum Beispiel im Osten Wiens, in Macondo.

3000 Flüchtlinge aus 22 Ländern leben hier, in einer k.u.k. Kaserne und einem Flüchtlingsheim. Macondo wäre wegweisend, würde nur jemand darauf achten: Es erfordert kaum sozialarbeiterische Betreuung; es dient der FPÖ nicht als Kampagnenmunition; es provoziert keine Polizeieinsätze und Anrainerbeschwerden. Selbst die Kronen Zeitung nennt

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