Kommentar

Frau Schmied, Sie haben den Falschen in die Rente geschickt

Museumsreform

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Letzte Woche stellte Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) das Resultat ihrer Museumsreform vor. Es enthält Verordnungen für die Bundesmuseen und die Nationalbibliothek. Zwei Jahre lang war darüber beraten worden, was die gesellschaftliche Aufgabe von Museen sei. Sind sie Stätten der Forschung oder des Spektakels, der Bildung oder des Konsums? Sollen sie sich zueinander wie Konkurrenten verhalten, obwohl sie doch einen gemeinsamen Hauptsponsor haben, den Staat?

In der neuen Museumsordnung werden die Rechte und Pflichten der Museen genannt. Vom anfänglichen Reformgeist ist darin wenig zu verspüren. Zwar werden Kernkompetenzen der einzelnen Museen genannt, doch „sich überschneidende Kompetenzen“ geduldet. Die Albertina etwa wird als Bundesmuseum für die Kunst der Zeichnung und Druckgrafik definiert, obwohl sie längst die Malerei in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten gestellt hat.

Mehr Staub als dieses Reförmchen wirbelte aber die Bemerkung Schmieds auf, der Vertrag von Edelbert Köb, des Direktors des Museums moderner Kunst (Mumok), werde nicht verlängert. Sie wolle „frischen Wind“ in das Museum bringen.

Nun geht der Mumok-Direktor tatsächlich bereits auf die 70 zu, und Vertragsverlängerungen sind eine der wenigen Regulationsmöglichkeiten der Kulturpolitik. Doch hätte es nie einer Museumsreform bedurft, wenn alle so vernünftig agiert hätten wie Köb.

Programm, Zuschauerzahlen, wissenschaftliche Arbeit, internationale Positionierung, Sammlung, alles stimmt. Den besten Mann aus Altersgründen in die Wüste zu schicken, grenzt an Gerontophobie.

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