Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Anna Sawerthal | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Exil-Tibeter erinnern: In ihrem Land leben Menschen, nicht Buddhas

Manchen Tibetern hat die chinesische „Befreiung“ Tibets kommerzielle Vorteile verschafft. Die anderen haben ein Problem mit der schon 60 Jahre dauernden „Besetzung“ des Landes. „In Tibet leben Menschen, keine Buddhas“, sagt die Exil-Tibeterin Tseten Zöchbauer. Während China vergangenen Donnerstag sein 60-jähriges Staatsjubiläum pompös zelebrierte, versammelten sich in Wien 30 Tibeter vor der Pestsäule, um auf die Unterdrückung von Minderheiten in China aufmerksam zu machen. Sie wollen die Freiheit Tibets. „In Österreich haben wir einen Vorteil gegenüber den Chinesen: Wir sind frei. Unsere Regierung sitzt uns nicht im Rücken“, sagt Zöchbauer. Sie kann den Dalai Lama dafür kritisieren, dass er sich zwar für eine echte Autonomie Tibets einsetzt, die Tibeter aber als Teil der chinesischen Gemeinschaft sieht. Zöchbauer sucht schon lange den Kontakt zu Chinesen in Wien. Zu einem offiziellen Treffen mit dem Botschafter ist es aber noch nie gekommen.


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