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Pressekolumne

Medien | Martin Gantner | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

„Das ist die perfekte Welle!“ Diese Liedzeile dürfte vergangenen Mittwoch auch Wolfgang Fellner (Rufname „WoFe“) durch den Kopf gegangen sein. Eine Welle, die sich der Österreich-Chefredakteur keinesfalls entgehen lassen wollte. Vergangenen Donnerstag widmete sich das Blatt dem „Killer-Tsunami“ auf der Insel Sumatra, bei dem mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen sind. Daneben in der Randspalte schreibt WoFe: „Die SPÖ zittert vor Wähler-Tsunami“. Geschmäcklerisch? Ja. Pietätlos? Auf jeden Fall. Doch man muss einen emotionalen Fellner auch verstehen. Schließlich wird seit mehreren Wahlen jener Kanzler abgestraft, den WoFe selbst stets in den Himmel geschrieben hatte („Der Lieblingskanzler der Österreicher“). Da müssen die Metaphern sitzen, über den Leser hereinbrechen, damit der SPÖ-Führung die Einsicht wie die Gischt ins Gesicht schlägt, die da lautet: Die Sozialdemokratie muss sich erneuern, „sonst überrollt der Wähler-Tsunami alle“. Das musste Faymann mal einer sagen. Machen wir zum Dank die Welle.


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