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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Das Internet macht uns asozial? Falsch. Das Web bringt uns näher zusammen. Zumindest gilt das für meine Freundin Berta, die neulich von der allabendlichen Aktivität mit ihrem Freund erzählte (keine Angst, jugendfrei). Jeden Tag schaut sie mit ihm „Anna und die Liebe“ an, eine Telenovela auf Sat1. Gemeinsam leiden die beiden, wenn wieder eine Intrige passiert, und lachen, wenn das Gute letztlich siegt. Was das mit dem Web zu tun hat? Ganz einfach: Sie sehen die Seifenoper nicht im Fernsehen, sondern als Onlinevideo auf der Senderwebseite an. Das ist praktischer. Sie können sich ausmachen, wann sie zuhause sind. Und wenn die beiden gerade an unterschiedlichen Orten verweilen, teilen sie trotzdem diesen Moment. Sie fahren dann jeweils ihren PC hoch, starten den Browser und drücken gleichzeitig auf Play. Die Sendung läuft, sie schauen zu und chatten über Skype. Mag sein, dass das doof klingt. Zwei Verliebte, die jeden Abend in den Computer glotzen und bei einer peinlichen TV-Sendung mitfiebern. Ich finde es aber total romantisch.


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