Die Kunst des Brieftaubeneinsatzes

Feuilleton | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Martin Kubaczek verfolgt den Weg des Spions Richard Sorge, um von Japan und ziemlich vielen anderen Dingen zu erzählen

Buchrezension: Julia Kospach

Hauptrolle: der legendäre russisch-deutsche Kommunist und Meisterspion Richard Sorge (1895–1944), der während des Zweiten Weltkriegs in der Funktion eines Pressekorrespondenten der Frankfurter Zeitung in Japan für die Sowjetunion spionierte, 1941 enttarnt und 1944 hingerichtet wurde. Also ist von Mikrofilmen, konspirativen Treffen, Geheimcodes und brandgefährlichen Materialübergaben die Rede? Ja, all das, und doch liegt völlig falsch, wer sich von Martin Kubaczeks neuem Roman „Sorge. Ein Traum“ den Plot und Ton eines klassischen Spionageromans erwartet.

Den besten Hinweis auf das Wesen des Buches gibt wohl der zweite Teil seines Titels: „Ein Traum“. Um ein traumartiges Gebilde handelt es sich am ehesten, allerdings nicht um ein wolkig-verschwommenes, sondern um ein gestochen scharfes. Es ist eine poetische Etüde, geschrieben in


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