„Mich hat überrascht, wie menschlich Stalin war“

Feuilleton | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Robert Littell hat einen Thriller über den Kampf des Dichters Ossip Mandelstam gegen Stalin geschrieben. Ein Gespräch über ungeheuren Mut, eine große Liebe und einen berühmten Sohn

Interview: Julia Kospach

Robert Littells Stimme ist voller Euphorie und Bewunderung, wenn er über den russischen Dichter Ossip Mandelstam spricht. Für den amerikanischen Bestsellerautor war der Russe, der Stalin die Waffe der Poesie entgegenhielt und dafür mit dem Leben bezahlte, ein vorbildlicher Mensch und Künstler. 30 Jahre lang habe ihn das Thema verfolgt, sagt er, bevor er seinen neuen Roman „Das Stalin-Epigramm“ dazu geschrieben hat.

Littell ist diesmal per Telefon zu haben – seinen Österreich-Lesetermin hat er kurzfristig abgesagt. „Der Kreislauf!“, sagt der 74-Jährige und lacht. Im anschließenden Gespräch ist er freilich vor Energie kaum zu bremsen.

Falter: Ihre Spionagekrimis und Kalter-Krieg-Thriller waren Bestseller. Ihr neues Buch „Das Stalin-Epigramm“ hingegen erzählt, wie


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