Macht, Mythos und Fantasy

Feuilleton | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Die erste Schau des Kunsthistorischen Museums unter der neuen Direktorin widmet sich Karl dem Kühnen

Ausstellungsrundgang: Matthias Dusini

Wer ist Karl der Kühne?“, fragt das Kunsthistorische Museum auf Plakaten, die für die erste Ausstellung im Programm der neuen Generaldirektorin Sabine Haag werben. Die Frage kommt jener Ratlosigkeit zuvor, mit der durchschnittlich gebildete Menschen auf historische Figuren reagieren, die bisher noch nicht Thema eine Romans oder eines Hollywoodfilms waren.

Dabei lieferte die Biografie des Herzogs von Burgund (1433–1477) genau den Stoff, aus dem Epen gemacht sind. Er wird als frommer Moralist überliefert, der monogam lebte und die Rituale an seinem Hof schriftlich festlegen ließ. Die Chroniken beschreiben den Monarchen mit den feinen Gesichtszügen eines Denkers aber auch als Psychopathen, der Kriegsgefangene ertränken ließ. Karl galt als politischer Ehrgeizling, der sein Fürstentum aus der Abhängigkeit von Frankreich und dem deutschen Kaiser


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