Oh Sohle mio

Stadtleben | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Schuhe sind zum Sammeln da, sagt der Sneaker-Fetischist Daniel Ritter

Porträt: Florian Obkircher

Schon wieder ein Postabholschein. Er liegt auf einem Turm bunter Schachteln im Vorzimmer. Einige von ihnen wirken unberührt, als würden Schätze in ihnen schlummern. Bei anderen lugen Schuhbänder unter Deckeln hervor. „Da warten wohl neue Treter auf mich“, sagt Daniel Ritter, 27. Es handelt sich ungefähr um das 130. Paar, das er in seiner Wohnung am Schöpfwerk verstauen wird.

Die Kartonschachtelwand zieht sich vom Vorraum ins Wohnzimmer, auf ihr thronen Turnschuhe in verschiedensten Farb- und Materialkombinationen. Von knallbuntem Rauleder über transparentes Plastik bis hin zu grauer Baumwolle. So anmutig wie sportlich, so ausgefallen wie casual. Fast wie in einem Schuhgeschäft.

Doch Ritters Reich gleicht eher einer Trophäensammlung. Denn der Wiener ist Sneaker-Fetischist. Ein Sammler, der sich Schuhe nicht kauft, um sie zu tragen. Ein Nerd, der beim Anblick eines neuen, limitierten

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