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Grundkurs Kochen (51)

Stadtleben | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Überall verrohte Sitten? Da hilft nur Kompott mit Quitten

Man müsse dran riechen, sagte die Landfrau auf dem Bauernmarkt und hielt eine gelbe wie haarige Quitte unter die Nasen der Kundschaft. Tatsächlich zählt der Duft des Kernobsts aus der Familie der Rosengewächse zum Herrlichsten, was es momentan so zum Schnuppern gibt. Da möchte man dann gleich reinbeißen ins Kernobst. Sollte man aber nicht. Roh geht ja gar nicht.

Aus Quitten macht man Marmelade, sogenannten Quittenkäse (gibt’s bei der Aida!) oder – am allerbesten – Kompott. Das ist ein wenig kompliziert, zahlt sich aber unbedingt aus. Wir brauchen ein paar Quitten, die nette Kollegin vom „Rondo“ empfiehlt Apfelquitten, heruntergefallene. Wir nehmen, was uns die Landfrau oder später im Jahr der türkische Obsthändler einpackt.

Wir säubern das Obst, schneiden Stiel und Blütenansatz weg und halbieren es. Die Früchte kommen mit der Schnittseite nach unten und – nicht erschrecken! – viel Zucker in einen Topf: 50 bis 100 Gramm pro Quitte. Wasser rein, bis alles bedeckt ist, kochen lassen. Nach 20 bis 30 Minuten ist der Sirup eingedickt und rötlich gefärbt, die Quittenhälften sind weichgekocht. Obst herausnehmen, abkühlen lassen. Sirup noch weiter einkochen lassen, mit dem Messer Kerngehäuse entfernen. Quitten wieder in den Sirup, mit den Schnittkanten nach oben, das „karamellisiert“ so schön. Nochmal zehn Minuten köcheln. In eine Schüssel geben und kaltstellen. Mit Schlagobers servieren und nicht nach den „Sitten“ im Quitten-Titel fragen. Reine Reimsache. cw


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