Wie man sich zu Tode amüsiert: Forced Entertainment führen vor, dass Unterhaltung richtig weh tun kann

Steiermark | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Theaterkritik: Hermann Götz

Es ist wie in einem Computerspiel. Aus jeder brenzligen Situation, die sich irgendwie lösen lässt, erwächst ein neues Problem. Und überhaupt ist das Leben halt lebensgefährlich. In „Void Story“, der beim steirischen herbst gezeigten Produktion der britischen Radikaltheaterformation Forced Entertainment, wird dieser Erkenntnis mit apokalyptischer Lust Nachdruck verliehen. Wie Justine in Marquis de Sades gleichnamigem Roman haben die Protagonisten hier keine Chance, dem Horror zu entkommen, jede diesbezügliche Hoffnung entpuppt sich als zynische Illusion, fast noch ehe sie formuliert werden kann.

Das Pärchen mit den Allerweltsnamen stolpert in einer ausgebombten Welt von einer lebensbedrohlichen Unannehmlichkeit in die nächste, wobei sich das Szenario der Qualen sehr abwechslungsreich gestaltet: Killer und Killerinsekten, mafiose Banden, fiese Kleinkinder, Ärzte, Gruselhotels, Untote und ein Ausdauertanzwettbewerb. Darin und in der lakonischen Gestaltung


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