„In ein Eck gedrängt“

Steiermark | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Der Grazer Frauenarzt Johannes Hanfstingl fühlt sich von Abtreibungsgegnern gestalkt

Porträt: Donja Noormofidi

Johannes Hanfstingl ist nicht der Typ, der sich leicht aus der Ruhe bringen lässt, was auch seine Patientinnen an dem Frauenarzt schätzen. Wo sie ein Problem sehen, strahlt er Gelassenheit aus. Doch im März dieses Jahres fragte ihn eine Patientin, wer denn die beiden Damen vor der Haustür seien, die gegen Abtreibung demonstrierten. Hanfstingl blickte hinunter und sah sie zum ersten Mal: zwei Frauen mit Plastikembryo in der einen und Rosenkranz in der anderen Hand. Seither kamen sie immer wieder, auf einem ihrer Plakate stand: „Das Leben wählen und nicht den Tod“, daneben das Bild eines zerstückelten Fötus, erzählt Hanfstingl. Er kannte die Auseinandersetzungen einiger seiner Kollegen mit Abtreibungsgegnern und war „wirklich getroffen: Auf einmal wurde da ein Bild von mir gezeigt, als sei ich ein Mörder.“

Obwohl Schwangerschaftsabbrüche in Österreich seit 1975


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