Infos zum Thema Abtreibung sind rar

Steiermark | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Ein lila Büchlein, herausgegeben von der Grazer Frauenstadträtin Elke Edlinger (SPÖ) und dem Netzwerk der Frauengesundheitszentren, erregte im Sommer die Gemüter. Es trägt den Titel „ungewollt schwanger“ und birgt nützliche Informationen zum Thema Schwangerschaftsabbruch wie Adressen von Beratungsstellen und Ärzten, die Abbrüche durchführen. ÖVP-Gemeinderätin Sissi Potzinger – HLI-Chef Dietmar Fischer war unter den Gästen auf ihrem Konservativen Kongress in Graz – sprach von einer „Anleitung zur Abtreibung“. FP-Nationalratsabgeordnete Susanne Winter sprach von „Volkszertretern“.

Sylvia Groth vom Frauengesundheitszentrum betont die Wichtigkeit der Broschüre, es gebe kaum Informationen zum Thema, auch auf Homepages von Ärzten fänden sich kaum Angaben zu Schwangerschaftsabbrüchen, schon gar nicht zu den Preisen. Und selbst in der Broschüre wollten sich nur zwei Ärzte namentlich nennen lassen. „Meine Vermutung ist, dass die Ärzte Angst haben, belästigt zu werden.“ Groth fordert zudem, dass Schwangerschaftsabbrüche und auch die sogenannte „Pille danach“ von den Krankenkassen bezahlt werden sollten. DN

Die Broschüre kann beim Frauenreferat der Stadt Graz bestellt werden: Keesgasse 6, 8010 Graz, Tel. 0316/872 4671


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