Phettbergs Predigtdienst

Transkatholische Vögel, Summe meines Lebens

Kolumnen | aus FALTER 41/09 vom 07.10.2009

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Kehren wir ein in die r.-k. Sagenwelt mit Geweine und Schaudern – was hätten wir sonst? Sie selbst gibt ja zu, dass sie erlösungsbedürftig ist. Schizophren baut sie an sich weiter. Die liturgische Posse „Transkatholische Vögel“ schabt sich daran ein wengl satt.

Der heilige Franz von Assisi, dargestellt von Helmut Neundlinger, trägt keine kurze Hose. Schade. Bei der Probe drehte er emsig die Bühne. Für mich fanden sich kein Gott und kein „Lebensmensch“. Ich wollte ins Stift Klosterneuburg eintreten, schaffte es aber nicht. Ich hab wahrlich das ganze Gewurl durch.

Nun zeigt also das brut im Künstlerhaus meinen Zustand komplett nackt. Mehr kann die Welt nicht an Werbung für mich treiben. Das Stück „Transkatholische Vögel“ ist eine Art Summe meines Lebens, Duhsub. Kommen Sie und grausen Sie sich! Haut sehen Sie in kurzen Hosen und mehr.

Der heilige Franziskus durfte nicht in die schwule Welt einsteigen. Sonst wäre er als Hexe verbrannt worden? Denn so wie die r.-k. Kirche keine Frau aufsteigen lässt zu Priesty-„Ehren“, so kommt auch die Himmelmutter nicht in die heilige Allvierigkeit hinein. Vielleicht war das der geheimgehaltene Vertrag: Männer müssen als Altardiener arbeiten und Frauen kommen nicht in die Allvierigkeit? Wird deshalb offiziell keine Schwulität in den Kanon aufgenommen? Ist das die Erlösungskatastrophe gewesen, damit ja genug Nachwuchs keusch r.-k. wird?

Unser Fleisch muss brennen. Das meine wurde und wird nicht aufgenommen und wird voll verbrannt. Sagen wir so: Das Rätsel steht in www.phettberg.at und wird jeden Sonntag upgedatet. Und die Rätselfrage wird in „Transkatholische Vögel“ gestellt. Wer sich schaudern mag, kann erschauern, und wer sich weiden mag, kann es ebenso. Mehr kann ein winziges Theater nicht bieten. Die Welt ist ein winziges Theater.

Nur wer eine Liierung schafft, schafft die volle Breite. Der wird dann schauen und staunen. Der heilige Apostel Paulus und sein Arzt Lukas haben das Copyright zur r.k. Dingsbums. Ich schaff es bei weitem nicht, alle Mitwirkys aufzuzählen, aber ich freu mich voll narrisch. Premiere ist am Mittwoch, 14.10., um 20 Uhr im brut im Künstlerhaus (weitere Termine: 15., 16., 17. und 19.10.).

Die ungekürzte Version des Predigtdienstes ist über www.falter.at zu abonnieren.

Unter www.phettberg.at ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


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