Kritiken

Zwei Verbrechen, vier Perspektiven

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 42/09 vom 14.10.2009

Auf einer Eigenheimbaustelle im Wienerwald wurde die Leiche eines Polizisten gefunden. Basierend auf dem Plot von Akira Kurosawas gleichnamigem Film werden in „Rashomon – was wirklich wahr“ zwei Verbrechen, Vergewaltigung und Mord, nacheinander aus vier Perspektiven erzählt. Im Tag sind es Paola Aguilera, Andreas Erstling, John F. Kutil und Margit Mezgolich, die ausgehend von der Gerichtsverhandlung die Protagonisten zu Wort kommen lassen und ihre Interpretationen der Wahrheit auf den rechteckigen Baugrund, der die Mitte des Theaterraums bildet, bringen. Mit großem körperlichem Einsatz, Wandlungsfähigkeit und geschickt gelösten Übergängen spielen auf diesem Präsentierteller der Polizist (Georg Schubert), seine schöne Frau (Maya Henselek) und der Dieb (Horst Heiß) ihre Rollen in immer neuen Varianten durch. Eine Hellseherin (Petra Strasser) und ein nicht ganz harmloser Spaziergänger (Julian Loidl) stiften weitere Verwirrung, sodass die Wahrheit am Ende irgendwo dazwischen zu liegen scheint.

Tag, Sa, Mi, Do 20.00


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