Kritiken

Optionen und Oralverkehr: das Stück zur Krise

Lexikon | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 42/09 vom 14.10.2009

Statt nach London oder Paris führt der Kurzurlaub, mit dem Johannes seine Lisa diesmal überrascht, nach St. Veit an der Gölsen, Steinakirchen am Forst und in andere trostlose Nester im Alpenvorland. Obwohl Fondsmanager Johannes den Börsencrash unbeschadet überstanden hat, ist er in einer Krise. Er will sich wieder spüren, der Provinztrip ist eine Art Schocktherapie. Lisa ist not amused, und als Johannes dann auch noch den Cunnilingus unterbricht, um ein paar Aktien abzustoßen, ist die Stimmung am Tiefpunkt. In seinem Kammerspiel „Dörfer“ versucht der österreichische Dramatiker Volker Schmidt, die große Finanzkrise in einer kleinen Beziehungskrise zu spiegeln. Gute Idee, funktioniert aber nicht. In der österreichischen Erstaufführung (Regie: Günther Treptow) jedenfalls scheinen sich Sonja Romei und Christian Strasser, an sich gute Leute, selbst nicht wohl zu fühlen in ihren Rollen. Unerwünschter Nebeneffekt: Der Zuschauer kriegt die Krise.

Theater Drachengasse, Fr, Sa, Di bis Do 20.00 (bis 31.10.)


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