TheaterKritik

Fatale Kabale, taumelnde Unschuld

Steiermark | Gregor Schenker | aus FALTER 42/09 vom 14.10.2009

Auf der Hauptbühne des Grazer Schauspielhauses stand nach „Macbeth“ von Shakespeare mit Schillers „Kabale und Liebe“ nun der zweite wirklich klassische Klassiker auf dem Spielplan der heurigen Saison. Angesichts der Tatsache, dass die Aufführung insgesamt ein sprachlich hohes Niveau halten kann (gewohnt souverän Martina Stilp als Lady Milford) und nie langweilig wird, bietet sie jedoch die Möglichkeit, konzentriert einem brillanten Text der Literaturgeschichte zu lauschen. Ferdinand, der Sohn des Präsidenten, der die bürgerliche Luise Miller (Andrea Wenzl) bedingungslos liebt, ist mit Thomas Frank, der die Figur als tapsig naive Jugendliche anlegt, extrem gegen die Rolle besetzt. Ein Weg, dem die Aufführung, die geschickt zwischen Outrage, handfester Symbolik und Trockenheit changiert, sonst leider nicht folgen will.

Schauspielhaus Graz, Sa, Di 19.30


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