Kommentar

Super-Grasser zieht vor Gericht. Das wird der Prozess des Jahrzehnts

Affäre Buwog


Florian Klenk
Falter & Meinung | aus FALTER 42/09 vom 14.10.2009

Karl-Heinz Grasser hätte in der Causa rund um den mutmaßlich geschobenen Verkauf von 62.000 Buwog-Wohnungen nichts zu befürchten. Selbst die schwarz ausbezahlten Millionenprovisionen an seine Freunde, Exgeschäftspartner und Lobbyisten Walter Meischberger und Peter Hochegger müssten ihn nicht weiter tangieren. Nicht nur weil alles nach Grassers Maßstäben „supersauber“ und „superprofessionell“ abgehandelt worden sein soll.

Selbst wenn es nicht so gewesen wäre, müsste die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen ihn wohl einstellen. Denn die Sache ist, da sie mehr als fünf Jahre zurückliegt, mit ziemlicher Sicherheit verjährt. Es sei denn, die Justiz kann nachweisen, dass der Schaden der Republik durch einen möglichen Amtsmissbrauch Grassers mehr als 40.000 Euro beträgt.

Fraglich ist auch, ob das Justizministerium eine mögliche Anklage nur auf die Aussagen des Whistleblowers Michael Ramprecht stützen würde. Der ehemalige Kabinettsmitarbeiter Grassers enthüllte dieser

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