Technik

Dinge, die uns brauchen

Medien | aus FALTER 42/09 vom 14.10.2009

Amazon Kindle: Mehr Sexappeal gesucht!

Prüfbericht: Thomas Vašek

Es gibt Dinge, die können dauern. Zum Beispiel die Markteinführung des Amazon Kindle in Österreich. Am 19. Oktober, rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse, ist es endlich so weit. Für 300 Euro kann man den E-Book-Reader des Onlinebuchhändlers käuflich erwerben. 250.000 Bücher (vorwiegend englischsprachig) und 45 Zeitungen und Zeitschriften stehen zum Download bereit. Das führt zur Frage, ob und wann sich E-Book-Reader großflächig durchsetzen werden. Und welcher Reader es sein wird. Die Antwort ist schlicht: keines der auf dem Markt erhältlichen Geräte. Der Amazon Kindle krankt an mittelmäßigem Design und tastengesteuerter Bedienung. Der etwa gleich teure Sony PRS-600 wiederum hat zwar einen Touchscreen, der geht allerdings auf Kosten der Bildschirmqualität. Man kann die E-Books auf dem PRS-600 zwar mit Notizen und Zeichnungen vollkrakeln, doch das geht mühsam vonstatten. Und keiner der auf dem Markt erhältlichen E-Book-Reader kann Farben darstellen. Was allen E-Book-Readern bislang fehlt, ist überzeugende Einfachheit – und schlicht Sexappeal. Mit anderen Worten: ein Fall für Apple. Nur ein Gerät von der unschlagbaren konzeptuellen Klarheit eines iPod, kombiniert mit überlegenem Design, kann den E-Book-Readern zum Durchbruch verhelfen. Es muss Farben darstellen können und einfach Spaß machen. Und es braucht die eine geniale Zusatzfunktion, an die niemand gedacht hat. Vielleicht einen Printer, um das E-Book auszudrucken? Das hätte Ironie!

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige