Eine Ohrfeige sollte kürzer sein als ein Kuss

Feuilleton | aus FALTER 42/09 vom 14.10.2009

Poesie und Protest, Jörg Haider und Silbermond: das famose neue Album der Goldenen Zitronen

Feature: Gerhard Stöger

Ein elektronischer Rhythmus stolpert daher, begleitet von synthetischem Blubbern. Ein Trommelwirbel hebt an, ein Glockenspiel formuliert ein kleines Motiv; der Rhythmus kehrt verändert zurück, wirkt jetzt forscher, bedrohlicher. Erst zur Hälfte des Fünfminutensongs „Zeitschleifen“ schneidet Schorsch Kameruns Stimme in die Musik: „Sie hasste die Aussprache, er hasste den Streit, sie hasste die Versöhnung, seine Gleichförmigkeit.“ – So leise und verspielt beginnt „Die Entstehung der Nacht“, das famose neue Album der Goldenen Zitronen.

Thematisch befindet sich die Hamburger Band mit der Reflexion über eine zerfallende Beziehung in nächster Nähe zu Jochen Distelmeyer: „Bleiben oder gehen“, fragt der ehemalige Blumfeld-Sänger auf seinem aktuellen Solodebüt „Heavy“. Musikalisch liegen Welten zwischen der prächtigen Popmelancholie Distelmeyers und


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