Die Revolution der Fellmützen

Feuilleton | aus FALTER 42/09 vom 14.10.2009

Die Künstler und die Wende: Mit intellektueller Kälte blickt die Kunsthalle Wien auf das heiße Jahr 1989 zurück

Rezension: Matthias Dusini

Dezember 1989, in Bukarest ist Revolution. „Ein Programm muss her!“, ruft die Schnapsnase. „Das Fernsehen ist mit uns!“, ruft der Dichter. Im Studio des staatlichen Fernsehens haben sich alle versammelt, die der Tumult jener Tage zusammenwürfelte: Untergrunddichter, Kneipengäste, Generäle und soeben geschasste Minister.

1992 montierten der deutsche Künstler Harun Farocki und der rumänische Literaturwissenschaftler Andrej Ujica aus Fernsehaufzeichnungen und privatem Filmmaterial einen Essayfilm, der einen historischen Umbruch – den Sturz des kommunistischen Führers Nicolae CeausÛescu – dokumentiert und gleichzeitig entzaubert. Man muss die ganzen 106 Minuten des Films „Videogramm einer Revolution“ ausharren, um die vielen Schichten dieses Historienbilds zu erkennen.

Er zeigt das höhnische, in Angst umschlagende Grinsen der gestürzten


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