Kabarett Kritiken

Jägerstraße: Simpl-Revue mit hohem Ausländeranteil

Christopher Wurmdobler | Lexikon | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Mit „Wiens erster Grätzl-Soap“ „Jägerstraße“ zeigt man im gerade vom Simpl-Universum übernommenen Vindobona, was man dort unter „Kabarett für Hiesige und Zuagraaste“ versteht. Nämlich offenbar ziemlich viele Klischees, Frisurenexperimente und eher wenig gute Witze. Vorerst sind vier Folgen der Brigittenauer Bühnensoap mit Multikulti geplant. Doch statt in der Pilotfolge die handelnden Personen vorzustellen, überfordern zwölf Akteure das Publikum mit doppelt so vielen schrägen Figuren und einem recht mageren Plot. In der Jägerstraße gibt’s Probleme, Prostituierte, Pfarrer und Polizei – und am Ende auch noch Party. Türken sind schwul oder verkaufen Obst, Afrikaner Drogen, Deutsche haben keine Ahnung von Gemüse und Asiaten sind immer total gut drauf. Momentan wirkt die Kabarett-Soap wie eine Simpl-Revue mit hohem Ausländeranteil. Das geht doch besser, oder?

Vindobona, täglich 20.00 (bis 5.11.)

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FALTER 43/18

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